Arrow.

Peter R. Pollmann - 'Arrow.'
Und das weiß Mona.

Ich fühle mich betrogen. Sagt die Michelle. Um mich betrogen. Als wäre ich aus einer Lebenslüge aufgewacht. Mona. Zu spät. Sagt die Michelle. Wer profitiert von meinem Schmerz. Es gibt doch immer eine Macht, die davon profitiert. Sagt Reka, ja. Du glaubst, es könnte einmal anders sein. Und besser werden. Nur Mittelmaß. Und ferne Sterne. Sie lässt sich nicht mit Leichtgewichten ein. Liebe ist absolut. Ist unerbittlich. Grausam. Und schenkt dir nichts. Und nimmt dir alles. Sagt Reka. Und das genau ist unser Glück. Sagt die Michelle, nein. Das ist Schwachsinn. Halt deinen Mund. Sagt Reka. Und jetzt erinnre dich an diesen einen Tag, die eine Stunde, die Minute, in der du ihr begegnet bist. Der Mona. Und auch an die Sekunde, in der dir klar war, dass sie die Frau ist, die dein Herz besitzt. Was willst du mehr. Der Tod hat euch an jenem Tag erledigt. Das wusstest du, Michelle. Und das weiß Mona. Leben. Sagt die Reka, geh einfach zu ihr, und hör mit dem Geflenne auf. Erspar ihr deinen Trost und zwing sie nicht noch, dich zu trösten. Sie stirbt. Damit hat sie genug am Hals. Sieht Paul mich an und nickt, wie Reka wortlos nickt. Michelle.

‚Der Paul.‘ (XXXXIX)
Fortsetzung folgt

Neuerscheinung
Der Paul.
Erstes Heft: Verschränkte Teilchen.
ISBN 9783756836192
Books on Demand

HÖREN
Ezra Collective
Where I’m Meant To Be
Ego Killah
Partisan Records

LESEN
Raymond Chandler
The Long Goodbye
Penguin

SEHEN
Anne Imhof
Faust, 2017
Deutscher Pavillon
Biennale Venedig

Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.