Zen.

Peter R. Pollmann - 'Zen.'
Anton.

Pfannkuchen. Dick bestrichen mit Himbeermarmelade. Von wegen streichzart. Herzhaft. Sie biss zu. Und kaute langsam. Schluckte. Und lachte sich kaputt, wenn ihre dritten Zähne stecken blieben in der Leberwurst. Erzählte meine Tante von ihrer Tante. Und das ist wahr. Gestatten, Anton. Vögel. Katzenaugen. Sie sehen uns. Und das heißt sehen. Sich erkennen. Sehen lassen. Sonst bleibst du stumm und blind. Und wirst kein Wort verstehen von dem, was Vogelstimmen zwitschern. Schnurren. Sie dir von dir und sich erzählen. Das ist wahr. Sagt der Sebastián, ich hatte eine Tante, die eine Tante hatte, die von Apfelbäumen sprang, das Fallobst zu zermatschen mit bloßen Füßen. Gestatten, Anton. Und baue nicht mehr vor. Und laufe nicht mehr nach. Ich würde mich gern zu euch setzen. Sagt Yuki Yukimura. Wenn du dir die Frage stellst, dann ist die Antwort: NEIN. Sagt Anton, das ist wahr. Gestatten, Anton. Anton Herzensbrecher. Und ja. Ich liebe. Ich begehre. Ich muss mich nicht beruhigen lassen.

‚Der Paul.‘ (XXXV)
Fortsetzung folgt

Neuerscheinung
Der Paul.
Erstes Heft: Verschränkte Teilchen.
ISBN 9783756836192
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Gilla Band
Most Normal
Capgras
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Richard Powers
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Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.