Glaciale.

Peter R. Pollmann - 'Glaciale.'
Wo kein Mensch uns je vermuten würde.

Das Jahr ist rum. Ich sage. Paul. Die Flut wirft mich aufs Land. Er gab mir Zeichen. Reichlich Zeichen. Mathias. Mit dem einen t. Er sagte. Auch ich hab dich ziemlich lieb. Es brauchte Bücher. Bücher. Die ich schrieb. Ihn zu begreifen. Ein Clown. Ein Gaukler. Komödiant. Der sich verriet. Missbrauchte. Hintertrieb. Ein Herz. Das pochte. Schlug. In seiner Brust. Und suchte. Unablässig suchte. Sich Büchern halbwegs anvertrauen konnte. Und dem ein Ende setzten wollte. Sagt der Paul. Die Bücher backen keine Plätzchen zum Geburtstag. Sie spiegeln bestenfalls. Was ist. Ich stehe neben dir. Und zeige so. Was uns erwartet. Den Weg versperrt. Du weißt. Ich habe nichts gegen einen Dreier. Doch steige ich mit dir und deinem Toten nicht länger in die Kiste. Leopardenmann. Ich liebe marmorierte Haut. Du trägst die Flecken selbst am Schwanz. Ich grabe mich in jede Falte ein. Die du verstecken willst. Vor mir. Mit frechen. Bloßen Händen. Alter Mann. So wie du meine Sehnsucht grapscht. Und knetest. Streichelst. Will ich die Farben. Wie du sie diesen Haaren zuschreibst. Werden. Die Vielen. Namen. Werden. Die er in sich trug. Der dir entwischen musste. In deiner Ungeduld. In deinem Zorn. Und deiner Einsamkeit. Das war. Das huscht vorüber. Schmerz. Und Traurigkeit. Sie dürfen bleiben. Uns begleiten. Die Zweifel. Halten wach. Sagt Paul. Ich steh auf deinen Arsch. Verdammt. Noch mal. Und diese Nippel. Knusprig. Lecker. So warm. Und feucht. Und fleischig. Zunge. Wie du mich nimmst. Mit in den Abgrund reißt. Und wirst. Was ich erträumte. Dichter. Und deine Worte. Wörter. Wie sie den heißen Brei umkreisen. Knüppeldick. Und einwandfrei. An Stellen wuchern. Wo kein Mensch uns je vermuten würde. Lacht der Paul. Sieh an. Es schneit. Sagt Paul. Schnee in der Nacht. Verschränkte Teilchen. Wir. Wir. Alle. Miteinander. Wir schmelzen. Peter. Absolut. Ich sage. Paul. Sagt Paul. Noch nicht. Ich sage. Paul. Das muss jetzt sein. Muss endlich raus. Wird morgen auf der Homepage stehen: Dich liebe ich. Kein Grund. Zu weinen. Sagt der Paul. Du flennst doch auch. Denn wo Gefahr ist. Wächst das Rettende. Sagt Hölderlin. So ungefähr. Sagt Paul. Jetzt wissen wir. Woran wir sind. Zwei. Drei. Exakt. Lacht Paul. Ich will dir ein Geständnis machen. Wiedermal. Da kommt was auf uns zu. Mein Schatz. Das geht nicht weg. Das bleibt. Und werden uns doch nie gerecht. Was ihn gefallen hätte. Meint der Paul. Mathias. Mit dem schlanken Fuß.

‚Der Paul.‘ (XXII)
Fortsetzung folgt

Der Paul.
Erstes Heft: Verschränkte Teilchen.
ISBN 9783756836192
Books on Demand

HÖREN
Slipknot
The End, So Far
Hive Mind
Roadrunner Records

LESEN
James Joyce
A Portrait of the Artist as a Young Man
Penguin Classics

SEHEN
Louis Van Lint
Man shaving his face
Selbstporträt
Öl auf Leinwand

Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.