Zahnlos.

Peter R. Pollmann - 'Zahnlos.'
Ich bin das Unrecht. Das im Zweifel alles mit sich reißt.

Da hast Du Dich in mir getäuscht. Ich werde diese eine Liebe nicht verlassen. Sie ist die einzige. Die zu mir steht und mich als den erlebt, der ich nun einmal bin. Und jedes Wort, dass ich Dir sagte. Schrieb. Ist ein Bekenntnis. Ich nehme nichts davon zurück. Denn ich will maßlos sein. Und kenne keine Kompromisse. Und lasse mich nicht lebenstauglich stutzen. Von Deinen Therapeuten. Die feine Lügen allzu gerne streicheln. Und Dich bescheißen. Ganz einfach. Weil Du sie dafür bezahlst. Und Dich im Gegenzug begrapschen lässt. Dein Schwanz. Die faulen Sprüche. Lach nur mich aus. Ich bin das Unrecht. Das im Zweifel alles mit sich reißt. Und alles auf sich nimmt. Und nie vergeht. Das hast Du unterschätzt. An mir. Vielleicht sogar erwartet. Liebe. Von mir. Und dem. Der meiner Leidenschaft begegnen wird. Ich breche alle Brücken ab. Die darauf aus sind. Hoffen. Mein altes Herz zu schonen. Ich bin vergnügt. Verdammt noch mal. Und will es wissen. Tiger. Nicht vegetieren, überleben. Leben. Du hast mich auserwählt. Dir werde ich gerecht. Das ist das einzige. Was ich Dir schenken muss. Und will. Und von mir haben muss. Kapiert. Sie wird nicht siegen. Diese Liebe. Sie legt es nicht einmal drauf an.

Peter R. Pollmann
Dornröschen hat Hunger.
Der Krimi bleibt. Schwul.
Prosa – 162 Seiten

Musik
Sarah Vaughan
Fly Me to the Moon
Rabbit Musik

Art
Konstantin Somov
The Boxer, 1933
private collection

Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.