Hände.

Peter R. Pollmann - 'Hand.'
Kein Zucker. Herzchen. Zuckersüß.

Ich weiß es nicht. Es ist gut möglich. Vielleicht hat er mich angefasst. Da ist der Traum. Der mich beschäftigt. Doch alle schweigen. Die es wissen konnten. Mussten. Sollten. Sie sind inzwischen tot. Sie wollen nichts mehr von mir wissen. Ich suche. Suche immer noch. Das ist fatal. Ich weiß. Und sinnlos. Es findet sich kein Zeichen. Anhaltspunkt. Ich kenne nicht einmal Gerüchte. Nur diesen schwarzen Mann. Der mich begleitet. Mich beäugt. Der meine Schreie unterdrückt. Ich bin allein. Mit dieser Frage. Mit dieser Fantasie. Mit den Dämonen. Die mich treiben. Ich werde damit leben müssen. Freund. Die Antwort. Die Entschlossenheit. Die ich ersehne. Sie stinkt nicht einmal mehr. Sie hat sich längst verpisst. Ich bin ein Schwuler. Schwuler. Mein ganzes Leben ist der Mai. Ich lecke mir den Erdbeersaft von meinen Fingern. Kein Zucker. Herzchen. Zuckersüß.

Peter R. Pollmann
Davor. Ist. Immer. Schöner.
Schwule Häppchen für Heteros.
Prosa – 206 Seiten

Musik
Easy Living
‚My Man‘
Ella Fitzgerald
Joe Pass
Original Jazz Classics

Art
William Blake
‚Der große rote Drache & die
mit Sonne bekleidete Frau‘
Aquarell über Graphit
National Gallery of Art

Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.