Ersatzkaffee

The White Album I

Du nennst mich entschieden brutal. Mein scheuer Begleiter. Mein Hering. Mein Leser. Ich kenne Dich. Gut. Sohn des Zorn. Immerhin. Ich zieh meinen Nutzen daraus. Das ist wahr. Doch glaub mir. Kein Wort hat uns jemals beherzt, gar geschändet. Verstört. Alles klar.

Ausgefuchst. Herrisch. Wie’s im Ruchlosen kneift. Mich versetzt. Dich umzingelt. Bespricht. Uns zum Trotz. Du nämlich nistest Dich ein. Unverzagt. Weichst auf muffigem Laken kühnen Fernreisen aus. Ich liebkose Dich nicht. Guten Morgen. Zum Glück. Wir behausen uns kaum jenen drolligen Spiegelblick feig voneinander entfernt.

Heute ist Sonntag, der zwölfte Julei Zwanzigzwanzig. Halb sechs. Bin soeben vom Joggen zurück. Stand auch kurz vor der Tür, die Dich schirmt. Hintergeht. Das macht Angst. Hör mir zu. Wort für Wort. Steht mein Gruß. Aus dem Belgischen Viertel zu Köln.

Überrascht? Du krempelst die Ärmel nicht hoch. Das muss sein.

Da Capo: Träum. Weiter!

Franz Schubert
„Die Wandererfantasie“
Bertrand Chamayouinus
Label: Erato

Von Peter R. Pollmann

Freischaffender Dichter, Blogger, Rezitator und Sprechlehrer. 'Das Geheimnis der Wörter bleibt ihre Gravitation. Wir treiben es hier wie die Karnickel, Herr Doktor.'