Wellenbrecher

Sieh Dich an. Ungebeugt. Ich höre Dich nicht. Das Fahrstuhlgedudel enteignet sich selbst. Will nun aufrichtig sein, was uns beide betrifft. So wende Dich ab. Freund. Du triffst Deine Wahl. Ich hatte das Mittel, den Wohllaut verzagt zum Maß meiner Treue; zu Achtung verklärt. Blieb munter, verträglich & duldsam selbst da, wo nichts mich enthüllt. Dir entspringt. Uns entspricht. Widerlegt. Stumm. Vergibt. Nicht ein Wort.

»Gerechtigkeit ist alles«, sagte er; »Gerechtigkeit ist das Erste, Gerechtigkeit ist das Letzte. Wer das nicht begreift, wird sterben.«

Hugo von Hofmannsthal (1874-1925)

Hohl, abstoßend albern erscheine ich mir im Possenspiel unserer Falschmünzerei. Geschwätziges Schweigen ehrt schlüpfrigen Grund. Es regnet. Scham reinigt. Ich schreibe! Macht Dampf. Du rührst mich nicht weiter, mein Krebsgänger, sieh: So werde ich Teufeln, selbst Engeln gerecht.

Weiter. Hören! Der nämlich räumt auf.

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Sinfonie Nr. 9 in d-moll op. 125
Freiburger Barockorchester
Zürcher Sing-Akademie
! Pablo Heras-Casado !
Lable: harmonia mundi

Von Peter R. Pollmann

Freischaffender Dichter, Blogger, Rezitator und Sprechlehrer. 'Das Geheimnis der Wörter bleibt ihre Gravitation. Wir treiben es hier wie die Karnickel, Herr Doktor.'