Wanderheuschrecken

Was fällt Dir ein. Was treibt Dich an. Wie könnt Ihr selig feig & selbstzufrieden hausen. Ihr seid das bloße Wort nicht wert, dass Euch entgegentritt. Verklagt. Quatscht. Kreis um Kreis. In trübem Lauf. Versichert Euch der trauten Nacht. Die nichts gebiert als Überdruss. Dein Budenzauber. Schielt.

Da hockst Du. Liest. Ihr seht mir zu. Mit stumpfem Blick. Mit losem Ohr. Du schluckst die Lügen, die Ihr grundverkehrt Euch wetzt. Als pfiffe nicht aus letztem Loch das hirnverbrannte Tütenglück. Die schalen Nägel nagst Du maßvoll ab. In eingefleischter Trägheit. Wohl bekomms.

To what you said,
passionately clasping my hand,
this is my answer:

Walt Whitman (1819-1892)

Oh Bremser, Beuger, Keselflicker*innen; ach Kläffer; Nörgler; Neunmalfunzeln. Ihr treibt Euch aus. Was Euch anheim gestellt. Ihr zappelt; Eurer Leben stinkt. Nach Wehmut, Drogen, Warteraum. Wie saftlos, tranig, eingepfercht. Ihr sinkt & lacht. Wie haltet Ihr Euch aufrecht. Aus.

Geballte Faust. Lasst mich in Ruh. Du lullst mich ein. Du stößt mich ab. Bis morgen. Freundchen. Besser nicht.

(PS)
Ich schließe mich den Kampferprobten an. Die Nimmermüden preise ich. Sie rauben mir den Schlaf. Im Flug. Genossen meiner Wahl:

Weiter. Hören. Unbedingt!

Johann Sebastian Bach
Die Goldberg Variationen, BWV 988
MARCIN SWIATKIEWICZ (Cembalo)

Lable: Rubicon Classics

Von Peter R. Pollmann

Dichter, Rezitator & Sprechlehrer. Lebt in Köln.