Spleen de Cologne

Aber ja, Libertin; Dir vertrau‘ ich doch längst; selbst wenn Du uns Zeit raubst; trotzig schwankst, brav erwägst; ich bereite das Lager, lege fürsorglich nach; obwohl mich Dein Zaudern unumwunden bedrückt, mir den Nacken verspannt. Also echt. Muss das sein.

An seidenem Faden. Knopf auf Spitz. Immerfort. Diese herrische Hassliebe Gier&Geduld. Wie’s in garstigen Strömen, blinden Wortschleudern blüht; Zweifel; Elend und Weltschmerz; pyroklastischer Rausch.

Denn so will ich Dich locken; Dir zur Warnung gestehen, welch ein kerniger Esel, welch ein Träumer ich bin, wenn’s die magischen Brüder, meine Teufel betrifft, raunst Du gleich bleibend zahm mir das Zauberwort zu.

Ma-ni-kü-re-Pe-di-kü-re–Kopf–ra–sur.

Freitagabend bereits. Unser Vorspiel. Muss sein. All die wuchernde Haarpracht, nackt vorm Spieglein im Bad; alle Achtung, slim fit, harsch gezupft, glatt getrimmt. Wird vom Fenster an einwärts meine Höhle geschickt, fein vom Staub befreit strickt; dann der Teppich gekehrt.

Dusch-tasse: Wasch-becken: Bad-boden: Klo.

Hokuspokus. Erst samstags zwischen sechs und halb acht; frisch ans Werk, froh geschrubbt; wie geleckt. Unverblümt. Solches hat mich Sorcier, der Pariser, gelehrt:

Nur wenn Deine Bude nach Chlor riecht; erst dann; wie reichen sich Wandel & Gipfel die Hand.

Flugs ein Blick auf die Uhr. Alles. Prima. Geschafft. Noch die Eier gekocht, sechs Minuten genau; gibt’s zu Mittag, Du weißt, krosse Brötchen mit Lachs.

Bleibt also: Abschrecken. Ausspülen. Wegräumen. Platz. Flugs die Spüle grundiert. Alle Spuren verwischt. Schwuppdiwupp, wie Du liest, schwärmt mein Gruß an Dich raus:

Endlich laut will ich sein. Stubenrein. Grundverkehrt. Unerbittlich. &. Lauter. Was ist los? Also wann?!

Von Peter R. Pollmann

Freischaffender Dichter, Blogger, Rezitator und Sprechlehrer. 'Das Geheimnis der Wörter bleibt ihre Gravitation. Wir treiben es hier wie die Karnickel, Herr Doktor.'