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High fives

Feiertag. Zwei.

Wenn sich des Nachts zu dir auf der Parkbank verstohlen ein Unbekannter gesellt, dann plaudert’s sich offen, gelassen belebt, weil weder euch Zukunft noch Vergangenheit hemmt.

Also werde ich heute, ab heute, mein Leser, auch Dir dann & wann ein Geheimnis verraten. Nicht ganz vielleicht so, so wie Du es erhoffst. Doch vernehmlich geoutet habe ich solcherlei Sachen mit achtzehn bereits. Schnee von gestern. Das wär’s.

Nein, Dir will ich von meinen Büchern erzählen. Denn niemand noch hat mich beim Lesen ertappt; mir über die Schulter gespingst. Ich verreise gediegen im Liegen. Auf aschgrauem Sofa. Verlässlich. Allein. War Lesen mir immer intimer als Sex; bleibt’s strammer Synchrontanz zu viert:

ADAMA, Turki Al-Hamad, translatet from the Atabic by Robin Bray, ein willkommener Straßenfund, Wespenstich; klar, des Covers wegen, Syngué sabour von Atiq Rahimi; zweite Runde im Grunde mit Ossip Kalenters versponnenem Rendezvous um Mitternacht, geil; schließlich habe ich selbst wie Balzac, dem Helden der kurzen Erzählung, die Wände der Klause mit Zeichen des Ausbruchs, dem Streich der Befreiung verhöhnt.

Wie passend auch weisen der Feder im Fahrtwind Vasco Dantas, Poetic Scenes for Piano den Weg; meiner Unzucht, die John Milbauer gründlich mit seinen Images krumm aufrunden wird.

Flugs geduscht. Hinterher. Lupenrein. Wunderbar. Wir versuchen den heutigen Abend schwarz-weiß. Das Hohe Lied. Sparsam. Wie spannend. Entrückt. Edward G. Robinson als Professor Wanley: The Woman in the Window, Fritz Lang.

Ach ja, nur der Vollständigkeit halber noch dies: Tomatensuppe mit Krabben zu Mittag. Gewürzt, reichlich Knoblauch, Peperoni & Zwiebel & Mais. Rosinen an Nüssen zum Nachtisch. Slim fit.

Mein übriges Treiben, mein Poltern jedoch, ich halte es vorerst versiegelt; für mich. Etwas Rätsel, das weißt Du, muss bleiben; verführt.

Mach’s gut, mein Freund, herzhaft: Bis morgen, gewiss; mich zieht’s jetzt den Decksteiner Weiher entlang. Die Weite. Die Sonne. Meine Freundin. Dein Duft.

PS
Ich werde mich Dienstag wohl deutlich verspäten. Doch schlage ich auf. Immerzu: Das muss sein. Freche Fehler im Schriftsatz: Du, die seh’n wir uns nach.