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Musik=Literatur

(Persil)

Mein Reimchen entkommt mir beim Aderlass nüchtern, wenn im Morgenfrüh du dir den Kopf alle Nasen lang stößt, sieh dich vor; jetzt erscheint’s komplizierter, als noch gestern im Halbschlaf, als Hand in Hand Bilder taff, ungehemmt glänzten; wie stichhaltig sanft jede Gegenwehr fiel: Solches jedoch notiere ich nie, das genieße ich pur.

Selbst schuld! Also dann. Frisch ans Werk: Doch sei gnädig, sei tapfer in Hülle & Fülle Dem Du Gegenüber, mein Leser; für Dich:

Du nimmst meine Wörter. Du trägst sie zurück in gewandelten Farben; im verschlagenen Laut formt Dein Lockruf mein Weben längst bevor ich Dir schrieb.
So begegnen wir uns. So nur bleibst Du mir fremd und verweht wie ich Dir: Ein Gesicht.
Nein. Wir schenken uns nichts. Sind darüber hinaus. Die gestriegelten Reiter, sie bestehlen nicht uns. Wir schweigen. Genussvoll. Wir lesen uns. Aus.

Peter R. Pollmann, 30.05.2020

Zwei Tage lang Zungengerede zu Pfingsten; da halten wir besser das Maul. Ich sage geduldig: “Bis Dienstag, mein Liebster, ich warte Dir auf. Gleicher Ort. Gleiche Zeit.”

(Da nämlich weiß man dann doch, was man hat.) Pass bloß auf!