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Musik=Literatur

Von Wörtern. Verzählen!

Nicht ein Wort. Liebster Paul. Nicht ein Wort. Bleibt sich treu. Stellt doch jedes Wort stumm, ungenügsam versetzt, so mordsmäßig schreckhaft allem Weiteren nach. Sehnt Verkniffenes. Auch. Längst Vertrocknetes. Sieh. Wie’s die künftigen birgt. Ungezähmt. Ohne Zahl.

Jedes Wort. Liebster Paul. Jedes Wort trägt ein Netz. Spinkst nach Klangfärbung, Rhythmen in verrinnendem Lauf; wie’s verstockt dem entscheidenden Augenblick harrt; unser Wort; einfach so; aus der Hüfte geschossen. Ja. So ist das nun mal. Matt. Gezinkt. Jetzt auf gleich.

Doch lausche. So lausche. Verbrecher. Hör hin. Sie ticken. Bestimmen. Sie stehlen mir Zeit. All die Tage. Die Wochen. All die Monate. Schmäh. Zueinander=Entweichen. Um die Tonne gebuhlt; wie sie zählen, erzählen. Sich zerfahren zur Not. Geile Böcke & Huren. All die Welten. Zu zweit. Nur. Ein Zahnrad im Glücksrausch. So. Verschlagen. Geölt. Sie berechnen den Aufschlag. Nicht ein Wörtlein kommt durch. Nicht ein Wortbruch vertut sich. Alles trifft dich mit Macht.

The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.

Robert Frost (1874–1963)

Mein Liebster. Mein Leben, wortwörtlich vor Dir. Das Schweigen verharmlost. Langt zu. Rückt näher ihr Worte. Entspannt euch. Mein Pelz. Ein Tummelplatz. Zorn. Steht für sich. Das muss sein!

– War’s heute, nicht wahr, kompliziert, meine Lieben; gibt’s morgen Gewieher und Nudelsalat! Bleibt mir treu.

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Siri Hustvedt
– Yonder
– A Woman Looking at Men Looking at Women
Essays on Art, Sex, and the Mind