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Musik=Literatur

Von Büchern

Ach Tina. Es hilft nicht. Nichts richtet Euch ab: Die entscheidenden Bücher sind treulos. Vergeblich. Sie fressen uns nicht aus der Hand. Wie Du siehst. Was hab ich nicht alles versucht.

Immer ist mehr da. Rückt’s selbstherrlich nach. Rat auf Schlag reißt das Maul auf. Ein Abgrund an Gott. Sie plagen Dich gründlich, sie setzen Dir zu; abscheuliche Katzen! Dem kommst Du nicht nach, nicht zuvor. Immergrün. Schon der Versuch allein wird Dich erniedrigen. Glaub mir. Deine Schwächlichkeit butterweich offenbaren. Applaus!

Der Fickfack ‘vom Dummy zum Dichter’ ist eine schielende Fata Morgana, die hartnäckig spinnt, weil’s uns wohlweislich frisst. Selbst jedoch für den unmöglichen Fall, dass ausschlägt, was anheizt, liegt kein Nutzen darin; ist damit kein Jota Bedeutung gefreit.

Drum kann ich auch kein Mühlrad mehr sehn,
oder ich werde melancholisch.
Wozzeck: Jawohl, Herr Hauptmann.

Alban Berg, Wozzeck (nach: Georg Büchner)

Nennst Du es nun Zufall, Glück, Verschlagenheit oder Schicksal. Egal. Einerlei. Wie Du willst.

Die verlässlichen Bücher erwarten Dich immerzu grundlos, mein Herz; tauchen auf aus dem Nichts; im Vorüber geschenkt. Sie werden Dich wohl oder übel – auf länger, auf kürzer – begleiten, um ungestüm weiterzureisen am Ende; mit Deinem Erleben zwischen all diesen Seiten; im Hirn. Im Gedärm. Gute Nacht.

Wir aber bleiben zurück. Allerhand. Unaussprechlich. Allein. Dreh Dich um. Sieh mich an. Gib mich frei. Frag nicht nach. Denn so ist das nun mal. Nichts für ungut. Das war’s. Ziemlich baff. In der Tat.

Übrigens:

Weiter. Lesen!

Herta Müller
Im Heimweh ist ein blauer Saal
Hanser Verlag

Arno Schmidt
Tina / oder über die Unsterblichkeit
Fischer Verlag